Systeme

Wichtig zu wissen….

Die Geschichte des Kampfsports reicht Jahrtausende zurück. Was als pure Überlebenskunst und im Krieg entstand, wandelte sich in der Antike zu olympischen Disziplinen und später in asiatischen Klöstern zu tiefgründiger Philosophie. Heute ist Kampfsport und Selbstverteidigung eine Kombination aus weltweiten Wettkampfdisziplinen und Methoden zur persönlichen Selbstverteidigung geworden.

Es gibt viele verschiedene Prägungen und Ausrichtungen im Kampfsport, der Philosophie die dahinter steckt und den Selbstverteidigung Systemen.

Es besteht immer eine gewisse Spannung zwischen der Ästethik / Kunst einer Kampfkunst und der nüchternen Realität in den Gefahrensituationen, die uns mittlerweile überall begegnen können. Für uns ist ein wichtiges Kriterium unserer Systeme die Effektivität und wie praktisch die Techniken eines Systems sind. Was nützt es einem Kampfsportler, wenn er ein Salto rück –oder- vorwärts, ein Spagat verbunden mit spektakulären Show Fusssprung Kombinationen beherrscht, wenn er im Kampfgedränge in die Bodenlage gerissen wird und nicht weiss, wie er am Boden kämpfen kann?

Wir versuchen in unserer Schule sowohl der Kampfkunst, aber insbesondere auch der realitätsbezogenen Selbstverteidigung gerecht zu werden. Auf Grund der zunehmend gewordenen Verrohung und respektlosen Umgangsformen und der vermehrten Gewaltbereitschaft im öffentlichen Raum, liegt unser Fokus mehr bei den Realitätsbezogenen Techniken und Aktionen die wir unterrichten.

Jede Technik die im Unterricht gelehrt und gelernt wird hinterfragen – thematisieren und wir prüfen diese immer auf die Realitätsbezogenheit.

Uns ist es ein grosses Anliegen, den Leuten keine falschen Sicherheiten durch Techniken zu vermitteln, die im Ernstfall niemals funktionieren und sogar gefährlich sein können. Leider wird gerade in diesem Bereich, insbesondere den Medien und sozialen Netzwerken viel Unsinn verbreitet, der zu einer falschen Sicherheit verleiten und alles andere als gut ist.

Reale Selbstverteidigung

Reale Selbstverteidigung unterscheidet sich von einer Kampfsport Disziplin entscheidend darin, dass es keine Regeln gibt, im Gegensatz zu einer Kampfsport Disziplin, in der auf Fairness, Regeln viel Wert gelegt wird und eine Bewertung nach den jeweiligen Vorgaben Wettkämpfe stattfinden.

In der realen Selbstverteidigung wird letztendlich alles angewendet, was der angemessenen Selbstverteidigung dient. Es gelten keine Regeln und Vorgaben mehr. Diese Ausgangslage verändert die Handlungsweise und das Verhalten in einer Krisensituation grundlegend. Das oberste Gebot ist es, aus einer Krisensituation sich schnell und wirkungsvoll zu befreien bzw. in dieser sich mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu verteidigen. Hier gelten nicht Fairness, Schönheit und Ästhetik, sondern Effektivität. Die Techniken – Handlungsweisen in der realen Selbstverteidigung sind direkt und radikal. Sie müssen schnell und effektiv – wirkungsvoll sein. Zur realen Selbstverteidigung gehört auch immer die Psychologische und Mentale Schulung wie z.B. das Erkennen und Lesen von Körpersprache – Verhaltensweisen und Verhaltensmustern der potentiellen Täter.

Jiu – Jitsu / Ju – Jutsu

Ju – Jutsu heisst übersetzt nachgebende oder auch sanfte Kunst. Die waffenlose Selbstverteidigung japanischen Ursprungs wurde vormals Jiu – Jitsu genannt. Es geht darum, mit möglichst geringem Krafteinsatz und unter Ausnutzung der Hebelkraft, der Bewegung und Kraft des Gegners Angriffe erfolgreich abzuwehren.

In dem Ju-Jutsu welches bei uns erlernt werden kann, stehen Hebel, Schock, Tritt, Faust, Schlag Techniken im Mittelpunkt. Ebenso wird erlernt, wie Alltagsgegenständen zur Verteidigung angewendet werden können. Eintrainiert werden auch diverse Falltechniken. Die Techniken werden stehend aber auch in der Bodenlage – Bodenkampf geübt.

Das Ju-Jutsu-Training fördert das Selbstvertrauen, das Körpergefühl, die Koordination, die Konzentration sowie den respektvollen Umgang miteinander. Kinder und Erwachsene  lernen sich selbst zu behaupten und im Ernstfall das richtige Verhalten bzw. die korrekten Selbstverteidigungstechniken anzuwenden.

Kontakt – Nahkampf System / Anti – Terror – Nahkampf System

Im Kontakt – Nahkampf werden diverse Grundtechniken und richtige Bewegungsabläufe, vor allem Schläge, Tritte, Nervendruckpressen, Hebel, Würger, Bodenkampf und Fixier – Festhalter erlernt und eingeübt.

Die Techniken – Aktionen werden sowohl stehend wie auch zum Teil in der Bodenlage ausgeführt und eingeübt.

Das Erlernen und Beherrschen der diversen Grundtechniken und Bewegungsabläufe ist die Grundlage, sich in einer realen Krisensituation durchsetzen zu können.

In der Regel wird von Tätern in einem realen Angriff nie so angegriffen und agiert,  wie in diversen Kampfkünsten kunstvoll und ästhetisch demonstriert wird. Sondern die Angriffe sind zum Teil brutal, rücksichtslos, unfair und folgen keiner Kampfkunst Etikette.

Deshalb ist es unabdingbar, die möglichen Grundtechniken und Bewegungsabläuft im Sparring zu trainieren. Sparring Training  ist ein kontrollierter Kampf ohne den Partner zu verletzen. Es geht darum Techniken, Automatismen, Reaktion und Distanzgefühl unter halbwegs realen Bedingungen einzutrainieren.

Da es auch darum geht, in einer realen kritischen Situation auch effizient taktisch (in der unmittelbaren Situation) richtig zu reagieren und auch strategisch (über die unmittelbare Situation hinaus) richtig zu handeln, ist es unabdingbar, dass auch effiziente taktische / strategische Verhaltensmuster trainiert werden. Dazu gehört auch eine Psychologische und Mentale Grund Schulung, das Erkennen und Lesen von Körpersprache – Verhaltensweisen und Verhaltensmustern der potentiellen Täter.

In einer realen kritischen Bedrohung – Gewalt Situation gibt es durchaus mehrere Handlungstaktiken und Strategien. Von kompromissloser Kampfhandlung bis hin zu deeskalierendem Verhalten. Wichtig ist es, dass die richtige und angemessene Aktion im Augenblick einer kritischen Bedrohung – Gewalt Situation gewählt und angewendet wird.